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Startup: Diese 7 Fehler solltest Du als Gründer vermeiden

Diese 7 Fehler solltest Du bei der Gründung Deines Startup vermeiden

Neun von zehn Startups scheitern. Warum ist das so? Für mich als Berater ist es natürlich einfacher, Risiken zu Beginn eines Startups von außen zu erkennen. Bei aller Begeisterung, die ich für innovative Geschäftsideen teile, kann ich eine neutrale Perspektive einnehmen und Stärken und Schwächen leichter identifizieren. Und ich erinnere mich gut an meine eigenen Gründungsversuche, aus denen ich viel gelernt habe. Folgende Fehler sind mir immer wieder begegnet, die es besser zu vermeiden gilt:

 

1. Die falsche Motivation

Manche Gründer lassen sich von der Rolle eines Entrepreneurs in den Bann ziehen. Es liegt offenbar momentan im Trend, ein Startup zu gründen. Für manche ist es cool, für ein paar Jahre als Unternehmer aufzutreten und das später im Lebenslauf vermerken zu können. Das Buch „Die Startup-Lüge“ von Jochen Kelka räumt auf mit den idealisierten Vorstellungen von gratis Drinks, Loungesesseln und Investitionskapital und konfrontiert die Modeerscheinung Startup mit der harten Realität. Du solltest Deine Motivation gründlich prüfen, bevor Du ein Unternehmen gründest. Du wirst nämlich viel Durchhaltevermögen brauchen.

 

2. Die Geschäftsidee löst kein Kundenproblem

Erfolgreiche Geschäftsideen basieren immer auf der innovativen Lösung eines Kundenproblems. In einer sich zunehmend digitalisierenden Gesellschaft verändern sich auch die Bedürfnisse der Menschen, gleichzeitig ermöglicht die rasante technische Entwicklung neue Herangehensweisen und Problemlösungen. ZOOM zum Beispiel bietet eine praktische Lösung für den verstärkten Online-Kommunikationsbedarf von Unternehmen und Privatpersonen an und profitiert in Corona-Zeiten extrem. Die App BLINKIST vermittelt ihren Usern die wichtigsten Informationen aus den weltweit beliebtesten Sachbüchern, Bestsellern und Ratgebern und ermöglicht so einen zeitsparenden Zugang zu wissenschaftlichen Themen. Lerne von diesen und weiteren erfolgreichen Startups, die intelligente Lösungen zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben und damit auf Bedürfnisse in unserer Gesellschaft reagieren.

 

3. Die wichtigsten Megatrends sind nicht berücksichtigt

Eine geniale Idee ist das A und O für Deinen Erfolg. Viele Startups feilen nicht lange genug an diesem wichtigsten Kernpunkt.  Es genügt nicht, wenn Du selbst aus eigenem Erleben zur potentiellen Zielgruppe gehörst. Um eine gute Idee zu finden, die möglichst viele Kunden bzw. Unternehmen begeistert und den Nerv der Zeit trifft, solltest Du Dich mit den MEGATRENDS beschäftigen. Trendforscher oder Unternehmen wie das Zukunftsinstitut beschreiben die sich verändernden Bedürfnisse von Menschen in unserer Gesellschaft und können Dir wichtige Inspirationen für die Entwicklung Deiner Business-Idee liefern.

 

4. Die Idee ist zu leicht kopierbar, nicht einzigartig und beinhaltet keine Innovation

Deine Zeit und Dein Geld ist zu kostbar, um kurz nach der Gründung festzustellen, dass bereits ein anderes Startup das Geschäftsfeld bedient. Schaue Dir also die Konkurrenz vorher gründlich an und arbeite die Details heraus, die Deine Idee einzigartig und schwer kopierbar machen. Das kann zum Beispiel ein ganz besonderes Know-how, eine technische Erfindung oder eine Familientradition sein.

 

5. Ablehnung von konstruktiver Kritik

Ich habe es selbst erlebt, wie schwer es ist, sich und seiner Geschäftsidee der Kritik auszusetzen. Unbewusst sucht man die Nähe von Ja-Sagern aus dem Familien- und Freundeskreis. Viele Deiner Freunde klatschen Beifall und teilen ihre Bedenken nicht mit. Umso wichtiger ist es, Dein Startup bewusst auf den Prüfstand zu stellen. Offene Plattformen und verschiedene Startup Pitches geben Dir die Gelegenheit, Dein Konzept von erfahrenen Profis auf Schwachstellen überprüfen zu lassen, bevor Du es Investoren vorstellst. Aber auch hier sagt nicht jeder immer ehrlich seine Meinung, der guten Stimmung willen. Und letztendlich kommt es auch darauf an: Bist Du bereit, vom geplanten Konzept abzuweichen, wenn Dich jemand auf die Schwächen hinweist?

 

6. Der Businessplan ist unrealistisch

Es ist wichtig, Visionen zu haben und groß denken zu können. Gründer mit Pessimismus kommen nicht weit ud manchmal braucht man auch ein wenig Glück. Es macht jedoch wenig Sinn, sich beim geplanten Umsatz und Profit selbst in die Tasche zu lügen. Bei Mode-und Lifestyle-Unternehmen ist Aktualität und Präsenz in den Medien wichtig. Oft werden die Marketingkosten für Fotoshootings und professionelles Social Media Management vernachlässigt. Gleichzeitig besteht die Gefahr, bei hochwertigen Werbeagenturen viel Geld zu lassen, bevor Dienstleistung oder Produkt überhaupt getestet sind. Plane außerdem genug Zeit ein, bis Du Gewinne ausweist. Geduld ist gefragt: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Businessmodell im kleinen Rahmen zu testen, bevor das große Rollout erfolgt.

 

7. Zu niedrige Personalkosten

Aus meiner Erfahrung schätzen Startups die Personalkosten für gute Mitarbeiter absichtlich viel zu niedrig ein. Ist es nicht schon Belohnung genug, in einem coolen Startup arbeiten zu dürfen? Nein, vernünftige Gehälter für Dich und Dein Team sollte der Businessplan aushalten. Nie werde ich den Satz eines klugen Ex-Chefs vergessen: Wer mit Erdnüssen zahlt, bekommt nur Affen. Gute Leute sind ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor und nachhaltig denkende Gründer werden das erkennen.

 

Nectarconcept Workshops:  Konkrete Praxistipps für Dein Fashion- oder Lifestyle Startup

Ein nachhaltiges Lifestyle Startup zu gründen ist eine faszinierende Aufgabe. Es ist hilfreich, vieles zu testen und aus Fehlern zu lernen, um besser zu werden. Wer mit der richtigen Motivation unterwegs ist und sich nicht von idealisierten Vorstellungen über die Startup-Szene blenden lässt, bringt gute erste Voraussetzungen mit. Es lohnt sich, lange an einer einzigartigen Geschäftsidee zu feilen und dabei die Megatrends zu berücksichtigen. Erstelle einen realistischen Businessplan mit entsprechenden Personalkosten und lasse Dein Businessmodell frühzeitig von ehrlichen und kritischen Fachleuten überprüfen. In meinen praxisorientierten Workshops  gelingt es manchmal innerhalb weniger Stunden, Schwachstellen aufzudecken und konkrete Ansatzpunkte für Dein Fashion oder Lifestyle Business zu finden. Und wenn eine unvorhersehbare Krise Deine Pläne durchkreuzt, suchen wir gemeinsam nach kreativen Lösungen für Dein Unternehmen.